geboren am 4.5.1902, aufgewachsen in Uelzen. Er arbeitete mit im Geschäft seiner Mutter, das er aber nicht übernehmen wollte, so dass die Firma ,,Leo Deutsch“ im Handelsregister am 18.3.1934 als ,erloschen“ verzeichnet wird.

Verwandte und Zeitzeugen berichteten übereinstimmend, dass Norbert Deutsch die Vertreibung aus Deutschland und den Verlust seiner Mutter, die er sehr liebte, psychisch nie verarbeitet habe.

Norbert Deutsch ging 1935 in die Tschechoslowakei, wo er sich in einem landwirtschaftlichen Ausbildungslager auf die Einwanderung nach Palästina vorbereitete, die Ende 1936 erfolgte. Hier fand er zunächst Beschäftigung bei Hermann Benjamin, einem ehemaligen Uelzener Juden, der seit 1934 eine Wäscherei in Ramat Gan betrieb.
Später zog Deutsch nach Jerusalem, wo er auch seine spätere Frau lIse kennen lernte, die er am 29.11.1942 heiratete.
Er übte verschiedene Tätigkeiten aus, diente für kurze Zeit in der Armee, aus der er aber bald aus gesundheitlichen Gründen ausschied.
Von Jerusalem zog er nach Haifa und fand 1953 in Quiryat Tiv’on eine Heimstatt. Dort blieb er bis zum Tode seiner Frau im Jahre 1969. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Norbert Deutsch in dem Altersheim ,Ole Europa“ in Haifa, wo er am 13.3.1974 starb.

Dietrich Banse

Zur Person: *6.April 1945, Studium an der Pädagogischen Hochschule Lüneburg, Lehrer von 1971-2008. Gründungsmitglied der Geschichtswerkstatt Uelzen e.V. Schwerpunkte: Geschichte der Uelzener Juden, Uelzen in der Zeit zwischen 1918 – 1945. Sowie Mitarbeit in anderen regionalen Geschichtsvereinen.